Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels

ist ein Forschungsmuseum der Leibniz Gemeinschaft

FlowerBeet (Nützlingsförderung durch produktionsintegrierte Blühstreifen im Zuckerrübenanbau)

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Beschreibung

Im landwirtschaftlichen Pflanzenbau können Pflanzenviren zu erheblichen Ertragsverlusten führen. Diese werden häufig durch Blattläuse übertragen. In der konventionellen Landwirtschaft setzt man daher oft Insektizide ein, um die Blattläuse zu kontrollieren. Die damit verbundenen negativen Umweltwirkungen können verringert werden, wenn man den Insektizideinsatz reduziert.

Im Projekt „FlowerBeet“ wird untersucht, ob sich ein Befall mit Blattläusen in Zuckerrüben durch Nützlinge kontrollieren läßt. Besonders der frühe Befall mit Blattläusen, verbunden mit der Übertragung von Vergilbungsviren, führt zu erheblichen Ertragsverlusten in Zuckerrüben. Im Projekt werden fünf Meter breite Blühstreifen inmitten oder an den Rändern von Zuckerrübenfeldern angelegt. Dadurch sollen gezielt Nützlinge zur Blattlauskontrolle und allgemein die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft gefördert werden. Hauptbestandteile in den Blühstreifen sind heimische Pflanzen wie Kornblume, Klatschmohn, Ringelblume und Rotklee. Diese Pflanzenarten blühen früh im Jahr und sollen dadurch schon im zeitigen Frühjahr Nützlinge anlocken.

Aus anderen Untersuchungen ist bekannt, daß die Biodiversität in Blühstreifen höher ist als in angrenzenden Ackerflächen. Versuche mit Kartoffeln und im Gemüseanbau mit Rosenkohl haben gezeigt, daß die Nützlinge auch über eine gewisse Strecke in die Produktionsfläche hinein gegen Schädlinge wirken können. Im Projekt FlowerBeet werden speziell Untersuchungen in Zuckerrübenfeldern an verschiedenen Standorten durchgeführt und der Wirkungsradius der Blühstreifen erfaßt. Die meisten Untersuchungsflächen liegen im Rheinland und zusätzlich gibt es Versuchsflächen in der Nähe von Göttingen. Im Rheinland traten in den Vorjahren - nach dem Verbot der neonicotinoiden Saatgutbeizen - verbreitet Blattläuse und Vergilbungssymptome in Zuckerrüben auf. Schädlingsdruck ist Voraussetzung dafür, daß sich die Wirkungen der Blühstreifen im Hinblick auf Nützlingsförderung und Blattlauskontrolle zuverlässig erfassen lassen.

Im Herbst 2021 wurden Blühstreifen verteilt im Feld oder am Feldrand auf insgesamt über 20 Standorten eingesät. Untersucht werden die Entwicklung der Blühmischungen sowie die Artenzusammensetzung und Abundanz von Nützlingen und Schädlingen in den Blühstreifen und den angrenzenden Zuckerrübenflächen. Abschließend werden die Nachwirkungen der  produktionsintegrierten Blühstreifen in der Folgekultur Winterweizen erfaßt. Die Wiederholung der Versuchsanlagen und der Untersuchungen im Jahr 2022/23 ist geplant.

 Das Projekt soll Aufschluß geben über die Möglichkeiten, mit Hilfe von optimierten Blühstreifenmischungen in Zuckerrübenfeldern Nützlinge gezielt anzusiedeln und zu fördern. Damit ließe sich die Anwendung von Insektiziden zum Schutz der Zuckerrüben vor virusübertragenden Blattläusen reduzieren oder sogar ersetzen. Eine abschließende Gesamtbewertung des Anbauverfahrens mit produktionsintegrierten Blühstreifen zur Blattlauskontrolle bildet die Grundlage für Empfehlungen an Landwirte und für die Beratung. Dies schließt die Wirtschaftlichkeit des veränderten Anbauverfahrens mit ein. Die Vielfalt und Vielzahl der Untersuchungsstandorte unter verschiedenen Umweltbedingungen in zwei Jahren trägt zu einer breiten Aussagekraft der Ergebnisse bei. Erkenntnisse über grundsätzliche Wirkungszusammenhänge lassen sich zur Gestaltung von Zuckerrüben-Anbauverfahren in konventionellen Betrieben ebenso wie im ökologischen Zuckerrübenanbau nutzen.

Das Projekt wird bearbeitet vom Institut für Zuckerrübenforschung, Göttingen, in Kooperation mit dem LIB, Museum Koenig Bonn. Als unterstützende Partner beteiligen und engagieren sich Pfeifer und Langen GmbH & Co. KG mit dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe, der Rheinische Rübenbauer-Verband und der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Innovationsfonds Forschung für Innovationen in der Landwirtschaft der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Ort

Ansprechpartnerin / Ansprechpartner

Leiter Zentrum für Biodiversitätsmonitoring (zbm)
+49 228 9122-450
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